Mit Stufenzins-Sparbriefen durch das Zinstal
Wer einen größeren Geldbetrag sicher anlegen möchte, hat es zur Zeit schwer. Um eine garantierte Verzinsung von drei oder vier Prozent zu erreichen, muss sich der Anleger schon mehrere Jahre binden. Damit läuft er aber Gefahr, bei einem möglichen Wiederanstieg der Zinsen auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Viele haben deshalb schon seit längerem ihr Geld auf einem Tagesgeldkonto geparkt und warten auf steigende Zinsen. Je länger das Zinstal andauert, um so mehr stellt sich jedoch die Frage, ob es nicht eine bessere Alternative gibt.
Mit jederzeit verfügbaren Geldern lassen sich zur Zeit in der Spitze bis zu 3,0 Prozent an Zinsen verdienen. Bei diesen Spitzenangeboten handelt es sich jedoch teils um befristete Angebote, teils um Online-Konten oder um Angebote, bei denen die Einlagensicherung auf maximal 20.000 Euro pro Kontoinhaber beschränkt sind.
Ohne derartige Beschränkungen sind für den Anleger derzeit maximal 2,5 Prozent zu erzielen. Im Vergleich zu früheren Jahren ist das wenig. Tatsächlich sind das aber noch Angebote, bei denen die Banken Verluste in Kauf nehmen, um neue Kunden zu gewinnen. Der Anleger kann sich also nicht sicher sein, dass die Zinsen nicht noch tiefer sinken.
Wer sein Geld fest anlegt, muss andererseits schon Fristen von drei bis vier Jahren in Kauf nehmen, um mehr als drei Prozent an Zinsen zu erhalten. Um vier Prozent und mehr zu bekommen, sind sogar Anlagezeiträume von über sechs Jahren erforderlich. Sich solange ohne Kündigungsmöglichkeit zu binden, ist mit Blick auf eine mögliche künftige Zinswende jedoch kaum empfehlenswert.
Eine Alternative können hier Sparbriefe mit einem Stufenzins sein. Bekanntester Vertreter dieser Anlageform ist der Bundesschatzbrief. Er zeichnet sich dadurch aus, dass sein Zins Jahr für Jahr garantiert steigt – bei Laufzeiten von entweder sechs oder sieben Jahren. Der Anleger ist aber nicht gezwungen, sich für die gesamte Laufzeit festzulegen. Nach einer anfänglichen Kündigungssperrfrist von einem Jahr können im Abstand von 30 Zinstagen bis zu 5.000 Euro zurückgegeben werden, ohne dass damit Kosten verbunden sind oder Kursverluste drohen. Ehepartner, die ihr Geld auf zwei Konten verteilen, kommen auf den doppelten Betrag.
Wenn es sich nicht um sehr hohe Summe handelt, können Anleger somit nach Ablauf des ersten Jahres jederzeit auf einen eventuellen Zinsanstieg reagieren. Gibt es am Markt bessere Konditionen, wird umgeschichtet. Wenn nicht, wird die Anlage mit steigendem Zins fortgesetzt.
Diese relativ große Flexibilität, die uneingeschränkte Sicherheit und die verhältnismäßig guten Konditionen haben den Bundesschatzbrief über Jahre hinweg zu einer attraktiven Geldanlage gemacht. Derzeit ist er aber nicht unbedingt erste Wahl. Denn inzwischen haben eine Reihe von Banken das Prinzip des Bundesschatzbriefes mit eigenen Produkten übernommen. Einige bieten dabei deutlich günstigere Zinskonditionen. Der Bundesschatzbrief wirft momentan im ersten Jahr zwei Prozent Zinsen ab und erreicht über eine Laufzeit von sechs Jahren hinweg eine Rendite von 3,36 Prozent. Beim besten privaten Konkurrenten werden demgegenüber im ersten Jahr 2,5 Prozent gezahlt und liegt die Rendite nach sechs Jahren bei vier Prozent. Mit einem solchen Produkt kann der Anleger also im ersten Jahr eine Verzinsung wie auf einem guten Tagesgeldkonto erreichen und über sechs Jahre hinweg eine Rendite, wie sie sonst nur mit nicht kündbaren Festanlagen möglich ist.
* Eine Marktübersicht „Sparen und Geldanlage“ ist zum Preis von 3,50 Euro (bei Versand 5,50) jeweils donnerstags bei der Verbraucherzentrale erhältlich.
Do, 14. Okt 2004



