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Themen :: Geldanlage :: Mehr Zinsen und weniger Kosten

Mehr Zinsen und weniger Kosten

Viele Sparer und Anleger suchen nach Wegen, wie sie nach der Absenkung der Freibeträge eine stärkere Belastung durch die Zinsabschlagsteuer vermeiden können. Statt sich dabei auf mehr oder weniger fragwürdige Steuersparmodelle einzulassen, ist einem Großteil der Betroffenen aber zunächst etwas Anderes zu raten: nämlich dafür zu sorgen, dass ihre Anlagen mehr Zinsen abwerfen und weniger Kosten an den Erträgen nagen. In den meisten Fällen dürfte dann trotz höherer Steuerbelastung unter dem Strich mehr übrig bleiben als bisher.

Mit Wirkung zum 1. Januar sind die Sparerfreibeträge ein weiteres Mal nahezu halbiert worden: von 1.421 Euro auf 801 Euro bei Singles und von 2.842 Euro auf 1.602 Euro bei Ehepaaren – jeweils inklusive der Werbungskostenfreibeträge. De facto bedeutet dies, dass ab diesem Jahr 620 Euro bzw. 1.240 Euro mehr an Zins- und ähnlichen Erträgen der Besteuerung unterliegen. Anleger, deren steuerpflichtige Erträge die Freigrenzen übersteigern, werden somit bei der 30prozentigen Zinsabschlagsteuer um bis zu 186 Euro bzw. 372 Euro mehr belastet – plus 10,23 Euro bzw. 20,46 Euro für den Solidaritätszuschlag. Entscheidend ist allerdings letztlich der persönliche Satz bei der Einkommensteuer. Liegt dieser unter 30 Prozent, kann ein Teil oder unter Umständen auch der gesamte Zinsabschlag vom Finanzamt zurückgeholt werden. Insbesondere bei Rentnern, die keine oder nur geringe Einkommenssteuern zahlen müssen, kann das der Fall sein.

Bedenkt man, dass pro Anleger schon mehr als 26.000 Euro vonnöten sind, um bei einem Guthabenzins von der Prozent die Freigrenzen zu übersteigen, so ist eine Mehrbelastung von maximal 196 Euro bei der Zinsabschlagsteuer wohl nicht allzu gravierend. In unserer zusehends gespaltenen Gesellschaft gibt es sicherlich viele Menschen, die dieses Problem gerne hätten. Nichtsdestotrotz ist es natürlich legitim, wenn Betroffene darüber nachdenken, wie sie die steuerliche Mehrbelastung wettmachen können. Hier sollte zu allererst aber geprüft werden, ob nicht die Zinserträge gesteigert werden können. Wie die Statistiken zeigen, liegen nach wie vor Milliarden an Kundengeldern auf Sparbüchern, die sich derzeit im Schnitt mit weniger als einem Prozent verzinsen und die selten mehr als zwei Prozent erreichen. Hier wird weitaus mehr Geld an Banken und Sparkassen verschenkt, als sich der Staat durch die Reduzierung der Sparerfreibeträge holt. Auch bei kurzfristig verfügbaren Geldanlagen sollte bei Guthabenzins inzwischen wieder eine Drei vor dem Komma stehen. Solche besser verzinsten Konten gibt es nicht nur bei den Direkt- und Spezialbanken – oftmals legt auch die Hausbank deutlich nach, wenn es der Kunde nur fordert. In der Spitze werden derzeit auf einem Tagesgeldkonto um die 3,5 Prozent geboten und wer ein Jahr auf sein Geld verzichten kann, erhält sogar bis zu vier Prozent.

Neben der Möglichkeit, mehr Zinsen zu erzielen, sollte zudem geprüft werden, ob nicht auch die Kosten der Geldanlage gesenkt werden können. Muss das Girokonto etwas kosten? Wer hier 100 Euro im Jahr ausgibt, zahlt den Gegenwert des Zinsabschlags bei einem Geldbetrag von 11.000 Euro, der zu drei Prozent angelegt ist! Noch weitaus mehr unnötige Kosten fallen oftmals beim Kauf und der Verwahrung von Aktien, Anleihen, Zertifikaten und Investmentfonds an. Wer diese Kosten konsequent reduziert, kann den reduzierten Freibetrag mehr als wettmachen.

Stand: Januar 2007

Fr, 18. Mai 2007

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