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Häufige Fondswechsel gehen ins Geld

Bei der Anlage in Aktienfonds stehen sich zwei grundverschiedene Meinungen gegenüber: Die einen halten ein aktives Fonds-Management und den Versuch, besser als der Markt abzuschneiden, für aussichtslos. Sie plädieren deshalb für den Kauf von Index-Fonds, die einfach den DAX, den EuroStoxx oder ein anderes Kursbarometer nachzeichnen. Die anderen halten demgegenüber daran fest, dass ein erfahrenes Team von Anlagemanagern mit einer guten Strategie besser als der Index abschneiden und damit Mehrwert für den Fondsanleger erwirtschaften kann.

Die eine Seite verweist darauf, dass es tatsächlich nur relativ wenige Fonds gibt, die den Index über längere Zeiträume übertreffen. Für die andere ist dies aber der Beleg, dass es einigen offenbar doch gelingt. Da die Zukunft offen ist, lässt sich dieser Streit letztlich nicht eindeutig zugunsten einer Seite entscheiden.

Wer auf den aktiven Anlagestil setzt, hat jedoch ein Problem: Er kennt nur die Gewinner von gestern und heute, nicht aber die von morgen. Setzt er heute auf einen preisgekrönten Fonds, hat er keine Garantie, dass dieser auch in Zukunft erfolgreich sein wird. Schwächelt der Fonds, wird der Anleger möglicherweise in ein paar Jahren zu einem anderen, neuen Spitzenreiter wechseln – und mit diesem das gleiche Risiko eingehen.

Ein solches Hinterherlaufen hinter den jeweils besten Fonds geht jedoch ins Geld. Angenommen, ein Anleger investiert 10.000 Euro in einen Spitzenfonds, der in den beiden nächsten Jahren jeweils eine Wertsteigerung von 8 Prozent erzielt, dann zwei Mal 7 Prozent und im fünften Jahr 4 Prozent. Würde sich der Vergleichsindex im selben Zeitraum um durchschnittlich 6 Prozent pro Jahr nach oben entwickeln, hätte der Fonds den Index deutlich geschlagen und insgesamt fast fünf Prozent mehr an Wertsteigerung erzielt.

Für den Anleger sähe das Ergebnis jedoch anders aus. Wenn dieser nämlich beim Kauf der Fondsanteile den üblichen Ausgabeaufschlag von 5 Prozent bezahlen musste, würde sein Vermögen nach den fünf Jahren 13.200 Euro betragen. Damit stände er aber nicht besser da, als wenn er sich einen Index-Fonds gekauft hätte, der lediglich anfängliche Kaufkosten von 0,4 Prozent und laufende Verwaltungskosten von 0,2 Prozent verursacht hätte. Auch bei diesem würde das Guthaben bei rund 13.200 Euro liegen.

Entscheidet sich der Anleger wegen der schwächeren Wertentwicklung im fünften Jahr zum Wechsel in einen anderen Spitzenfonds, stünde er im Vergleich zum Index-Anleger sogar schlechter da: Kostet der neue Fonds wiederum einen Ausgabeaufschlag von 5 Prozent, so sinkt sein Guthaben auf 12.600 Euro.

Dies ist natürlich nur eine Beispielrechnung. Praktisch kann ein Anleger mit einer guten Nase (oder einer Portion Glück) für die richtigen Fonds sicherlich auch besser abschneiden. Wer alle fünf Jahre wechselt und immer fünf Prozent Ausgabeaufschlag für den neuen Fonds zahlt, muss aber bei einem Anlagezeitraum von 25 Jahren jeweils Fonds erwischen, die im Durchschnitt pro Jahr um zirka ein Prozent besser abschneiden als der Index. Sonst hat er das Nachsehen gegenüber dem reinen Index-Anleger. Dauerhaft ein Prozent mehr ist jedoch sehr viel.

Wenn die Hoffnung auf die Spitzenfonds nicht aufgeht und diese nur die gleiche Wertsteigerung wie der Index erzielen, stände der Fonds-Wechsler deutlich schlechter da. Ein reiner Index-Anleger mit den oben genannten Kosten würde bei einer Index-Steigerung von jährlich 6 Prozent nach 25 Jahren ein Guthaben von rund 41.000 Euro besitzen. Das Guthaben des Fonds-Wechslers würde lediglich bei knapp 34.000 Euro liegen. Erwischt dieser Fonds, die hinter dem Index zurückbleiben, sähe das Ergebnis noch dürftiger aus. Häufige Fondswechsel in der Hoffnung, den Sieger von morgen zu erwischen, sind daher eine fragwürdige Strategie. Da kein Mensch die Fondsbesten voraussagen kann, erscheint es sinnvoller, einfach auf den Markt und einen marktbreiten Index zu setzen. Teure Umschichtungen erübrigen sich dann.

So, 23. Okt 2005

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