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Hohe Festgeldzinsen – aus der eigenen Tasche gezahlt

Fünf Prozent Zinsen für eine Festgeldanlage. Mit dieser attraktiven Zahl locken derzeit gleich drei Bremer Geldinstitute. Wer von den „Zinskrachern“ profitieren will, muss gleichzeitig jedoch in einen offenen Immobilienfonds investieren. Zumindest für kurzfristig orientierte Anleger sind solche Angebote daher kaum empfehlenswert. Aber auch in längerer Perspektive sind die Angebote nicht unbedingt attraktiv.

Um in den Genuss der hohen Festgeldzinsen zu kommen, sind bei der Sparkasse in Bremen und bei der Allbank mindestens 10.000 Euro zu investieren. Bei der Sparda-Bank genügen schon 5.000 Euro. Von diesen Beträgen fließt jeweils die Hälfte in eine Festgeldanlage, für die fünf Prozent Zinsen gezahlt werden – und zwar für sechs Monate bei Sparkasse und Allbank und für neun Monate bei der Sparda. Bezogen auf einen Anlagebetrag von 5.000 Euro fallen also beispielsweise Zinserträge von 125 beziehungsweise 187,50 Euro an.

Gleichzeitig müssen 5.000 Euro in einem offenen Immobilienfonds angelegt werden. Dabei sind jedoch Ausgabeaufschläge zu entrichten. Bei der Sparda und der Allbank, bei denen Anteile am „DIFA-Grund“; beziehungsweise am „Haus-Invest“ gekauft werden, belaufen sich die Aufschläge jeweils auf fünf Prozent. Bei dem „Deka Immobilien Europa“ – Fonds der Sparkasse betragen sie sogar 5,26 Prozent. Bezogen auf einen Anlagebetrag von 5.000 Euro fallen also zwischen 250 und 263 Euro an Abschlusskosten an. Unter dem Strich ist der Anleger also zunächst einmal ärmer. Führt man sich vor Augen, dass die Ausgabeaufschläge ganz oder zumindest größtenteils als Provision an die Banken fließen, wird zugleich klar, woher und von wem die „Zinskracher“ subventioniert werden: nämlich aus den Provisionen bzw. Ausgabeaufschlägen und damit praktisch aus der Tasche der Anleger selber!

Zu berücksichtigen ist natürlich, dass der Anleger mit dem Immobilienfonds mit großer Wahrscheinlichkeit einen Wertzuwachs verbuchen wird. Auch mit dieser Wertsteigerung ist aber zumindest kurzfristig kein berauschendes Ergebnis zu erzielen. Nimmt man optimistischer Weise eine Wertsteigerung von fünf Prozent an und unterstellt zudem, dass der Anleger nach Auslaufen der Fünf-Prozent-Festgeldanlage mit der anderen Hälfte des Anlagebetrages nur noch den normalen Satz von derzeit rund zwei Prozent erlöst, dann würden aus den anfänglichen 10.000 Euro innerhalb eines Jahres: bei der Sparda 10.188 Euro, bei der Allbank 10.164 Euro und bei der Sparkasse 10.150 Euro. Die anfängliche Rendite läge folglich gerade einmal zwischen 1,5 und 1,88 Prozent. Für kurzfristig orientierte Anleger, die nur ihr Geld parken wollen, sind diese Angebote folglich kaum empfehlenswert.

Dies wird von den Anbietern selbst auch so gesehen und deshalb – so zumindest die Auskunft an die Verbraucherzentrale – eine Anlagedauer von mindestens vier, fünf Jahren empfohlen. Für längerfristig orientierte Anleger, die sich ohnehin für eine Anlage in Immobilienfonds interessieren, erscheinen die Angebote sicherlich attraktiver. Denn die hohen Zinsen, die für die anfängliche Festgeldanlage bezahlt werden, bedeuten unter dem Strich praktisch eine Reduzierung der normalen Ausgabeaufschläge. Es ist allerdings sehr fraglich, ob gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Einstieg in offene Immobilienfonds gekommen ist. Die Gründe: Bei der Suche nach sicheren Geldanlagen sind die offenen Immobilienfonds zuletzt geradezu von Geld überschwemmt worden. Da diese Gelder nicht annähernd so schnell in lukrative Immobilien investiert werden können, sitzen die Fonds inzwischen auf hohen Bargeldquoten und erzielen mit großen Teilen des Fondsvermögens nur niedrige Geldmarktzinsen. Bedingt durch die wirtschaftliche Krise liegt gleichzeitig der deutsche Immobilienmarkt am Boden. Große Hoffnungen werden zwar mit der Expansion ins Ausland verknüpft. Inwieweit die Gesellschaften dafür mit ihren Managementpotentialen bereits gerüstet sind, ist für Branchenkenner allerdings fraglich. In den ersten vier Monaten dieses Jahres haben die meisten Fonds jedenfalls nur wenig mehr – und teilweise sogar weniger – als ein Prozent Wertsteigerung erzielt. Und die weiteren Prognosen sind bestenfalls verhalten.

Wer sein Geld für einen Zeitraum von mindestens sieben Jahren sicher anlegen will und seine Steuerfreibeträge noch nicht ausgeschöpft hat, sollte deshalb über eine simple Alternative nachdenken: Die Geldanlage in einem höherverzinslichen Bausparvertrag. Diese bringen in der Spitze fast fünf Prozent Zinsen pro Jahr – und das gänzlich risikolos. Für Anleger, die großen Wert auf Sicherheit legen, gibt es derzeit kaum eine bessere Anlage. Entscheidend ist allerdings die Wahl des richtigen Produkts.

Fr, 14. Jan 2005

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