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Themen :: Geldanlage :: Discountzertifikate steuerlich interessant

Discountzertifikate sind vielseitig und auch steuerlich interessant

An den Märkten für private Geldanlagen hat sich in den letzten Jahren ein eindrucksvoller Wandel vollzogen. Während sich der Absatz von Investmentfonds verlangsamte und insbesondere Aktienfonds zuletzt deutliche Abflüsse verzeichneten, boomt ein neues Segment: der Markt für Anlage-Zertifikate. In seiner Vielzahl und Vielfalt von Produkten ist dieser Markt inzwischen kaum noch zu überblicken. Manche der Produkte sind durchaus fragwürdig und viele sind – nicht zuletzt im Hinblick auf versteckte Kosten – nur schwer zu durchschauen. Es gibt allerdings auch Produkte, die das Interesse des Anlegers verdienen. Dazu zählen insbesondere die Discountzertifikate.

Zertifikate sind – allgemein betrachtet – Wertpapiere in der Rechtsform von Schuldverschreibungen oder Anleihen. Anders als bei klassischen Anleihen werden jedoch keine festen Zinsen gezahlt. Die Wertentwicklung ist stattdessen an ein anderes Finanzprodukt gekoppelt: vornehmlich an Aktien, aber auch andere Basiswerte. Dabei können sie sich auf Einzelprodukte, auf „Körbe“ von Produkten oder auf Indizes beziehen.

Diese Grundformen gelten auch für die Untergruppe der so genannten Discount- oder Diskontzertifikate. Diese beteiligen den Anleger ebenfalls an der Wertentwicklung eines anderen Finanzproduktes. Ihre Besonderheit besteht jedoch darin, dass die Beteiligung an der Wertentwicklung nach oben – durch einen so genannten „Cap“ – begrenzt ist. Quasi als Ausgleich dafür kann die Beteiligung aber mit einem „Abschlag“ gegenüber dem Preis für einen direkten Kauf des zugrunde liegenden Finanzproduktes erworben werden. Aus diesem „Abschlag“ resultiert auch die Bezeichnung Discountzertifikat.

Als Beispiel sei ein Discountzertifikat auf den DJ EuroStoxx 50 betrachtet, einen der bekanntesten Aktienindices, der die 50 größten börsennotierten Aktiengesellschaften aus dem Euro-Raum umfasst. Dieser DJ EuroStoxx steht zurzeit bei 4.230 Punkten. Das bedeutet: bei einem Zertifikat, das den Anleger direkt an der Wertentwicklung dieses Indices beteiligt, müssten 4.230 Euro oder ein Vielfaches davon investiert werden. Alternativ könnte der Anleger aber auch ein Discountzertifikat auf den EuroStoxx 50 kaufen, beispielsweise mit einer Laufzeit bis zum Dezember 2012 und einem „Cap“ bei 5.000 Punkten. In diesem Fall müsste er nicht 4.230 Euro pro Index-Einheit zahlen, sondern nur 3.055 Euro. Wenn der EuroStoxx 50 im Dezember 2012 auf oder über der Marke von 5.000 Punkten notiert, würde der Anleger 5.000 Euro bekommen. Dies wäre sein maximaler Erlös – auch wenn der Index weit höher stehen würde. Aber immerhin: Ausgehend von der Investition von 3.055 Euro würde dies einer jährlichen Rendite von 8,7 Prozent entsprechen. Damit ein direkt in den Index investierender Anleger ebenfalls 8,7 Prozent verdient, müsste der Index deutlich über 6.000 Punkten notieren. Das heißt: Es ist wahrscheinlicher, dass mit dem Discountzertifikat 8,7 Prozent erzielt werden, als mit dem Direktinvestment. Gleichzeitig ist auch das Risiko geringer. Während der Direktinvestor schon bei einem Indexstand unter 4.230 Punkten in die roten Zahlen gerät, erleidet der Discountzertifikat-Anleger erst dann einen Verlust, wenn der Index am Ende unter 3.055 notieren würde. Gemessen am heutigen Stand bedeutet dies einen Risikopuffer von rund 28 Prozent. Wer nicht unbedingt mehr als 8,7 verdienen möchte, wählt deshalb besser das Discountzertifikat.

Es gibt Discountzertifikate, bei denen der Risikopuffer noch weitaus größer ist und bei über 30, 40 oder sogar 50 Prozent liegt. Die maximal erzielbare Rendite ist dann zwar niedriger. Selbst bei einem Puffer von 50 Prozent lässt sich aber bis Dezember 2012 in der Spitze damit noch eine jährliche Rendite von bis zu 6,6 Prozent erzielen. Wer nicht fürchtet, dass der EuroStoxx bis dahin auf weniger als die Hälfte des heutigen Standes kollabiert, findet hier also eine überlegenswerte Alternative zu einer Festgeldanlage. Interessant zudem: Bei einer Haltezeit von mehr als einem Jahr ist der Ertrag steuerfrei. Und bei Produkten, die vor dem 1.1.2009 gekauft werden, soll daran auch die nächste Stufe der Steuerreform nichts ändern.

Fr, 18. Mai 2007

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