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Ausgabeaufschlag, Verwaltungsentgelt und Depotgebühren nagen am Anlageerfolg

„Achten Sie auf die Kosten Ihrer Geldanlage“ – diese Empfehlung wird jeder gute Berater seinem Kunden geben. In der Praxis ist es aber immer noch eine Minderheit, die dem Kostenaspekt die erforderliche Aufmerksamkeit schenkt. Die Mehrheit der privaten Anleger weiß oft gar nicht, was ihnen an Gebühren abgezwackt wird. Und selbst wenn sie die wichtigsten Kosten kennen, fehlt es in der Regel an der Vorstellung, wie sich diese insbesondere auf Dauer auf das Ergebnis der Kapitalanlage auswirken. Dies gilt nicht zuletzt auch für die Geldanlage in Fonds, die – gemessen an Versicherungen oder Anlagezertifikaten – noch vergleichsweise transparent sind.

Die bekanntesten Kosten bei Investmentfonds sind die Ausgabeaufschläge, also die Unterschiedbeträge zwischen den Ausgabe- und den Rücknahmepreisen von Fondsanteilen. Bei Aktien- und offenen Immobilienfonds liegen sie zumeist bei fünf Prozent, bei Rentenfonds vorwiegend bei drei Prozent. Diese Ausgabeaufschläge fließen als Provision an die Bank oder einen sonstigen Vermittler – und sie können insbesondere bei größeren Beträgen erheblich ins Geld gehen. Dies musste beispielsweise ein Ehepaar aus Bremen feststellen, das 220000 Euro in Fonds angelegt hatte und sich nach der ersten Abrechnung an die Verbraucherzentrale wandte, weil rund 11000 Euro „verschwunden“ waren.

Aber auch bei einem Anlagebetrag von beispielsweise 10000 Euro sind 500 Euro an Kosten sehr viel Geld. Dies umso mehr, als sich die anfängliche Kostenbelastung – bedingt durch den Zinseszinseffekt – noch stärker auf das spätere Ergebnis auswirkt. Ohne anfängliche Kosten würde eine Geldanlage bei einer jährlichen Wertsteigerung von sieben Prozent nach 20 Jahren 38700 Euro erbringen. Bei einem anfänglichen Kostenabzug von 500 Euro würden demgegenüber nur 36740 Euro erreicht, also rund 2000 Euro weniger.

Gerade bei längeren Zeiträumen sind anfängliche Einmalbelastungen aber oft nicht die wichtigsten Kosten. Viel stärker ins Gewicht können hier laufende Kosten fallen, obwohl sie auf den ersten Blick weniger bedeutsam aussehen. Dies gilt vor allem für die Managementgebühren und weitere Verwaltungskosten der Fonds. Diese Kosten belaufen sich bei Aktienfonds zumeist auf 1,25 bis 1,75 Prozent pro Jahr, oft aber auch auf deutlich mehr. Vergleicht man auch hier zu Demonstrationszwecken die Wertentwicklung mit und ohne Kosten, so zeigt sich Folgendes:

Ohne Kosten würden aus 10000 Euro bei einer jährlichen Rendite von sieben Prozent nach 20 Jahren 38700 Euro werden. Bei einer laufenden jährlichen Kostenbelastung von 1,5 Prozent des Anlagebetrages würde das Fondsvermögen – auch ohne Ausgabeaufschlag – demgegenüber nur 29200 Euro betragen. Die Verwaltungskosten schlagen tendenziell also weitaus stärker zu Buche. In diesem Beispiel entsprechen sie in der Wirkung einem einmaligen anfänglichen Ausgabeaufschlag von über 24 Prozent!

Anders als bei den Ausgabeaufschlägen hat ein privater Anleger keine Chance, bei den Managementgebühren einen Rabatt auszuhandeln. Dies wird – durch Rückzahlungen hinter den Kulissen – nur institutionellen Großanlegern gewährt.

Der normale Anleger muss deshalb schon bei der Auswahl des Fonds darauf achten, dass dieser nicht zu hoch mit laufenden Kosten befrachtet ist. Besonders aufmerksam muss er dabei bei so genannten Dachfonds sein, die ihr Geld in anderen Fonds investieren. Dort können sowohl auf der Ebene der Zielfonds, als auch auf der Ebene des Dachfonds laufende Verwaltungskosten anfallen – und es bedarf mitunter einiger Detektivarbeit, um die Gesamtkosten zu ermitteln. Je schwieriger das ist, umso teurer sind die Produkte dann auch zumeist.

Zu guter Letzt sind aber auch die laufenden Depotgebühren nicht zu vergessen. So machen beispielsweise 20 Euro an Depotkosten im obigen Beispiel über 20 Jahre hinweg nicht 400 Euro aus. Durch den Zinszinseffekt schmälern sie das Ergebnis im Endeffekt um tatsächlich 900 Euro.

Di, 21. Nov 2006

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