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Riestern für die Vertreter-Rente? – Das Beispiel DWS PremiumRente

Die Riester-Rente ist mittlerweile eine Erfolgsgeschichte. Gleichwohl gilt in der Finanzbranche noch immer: die Produkte werden mehr „verkauft“ als „gekauft“. Gemeint damit ist: Es ist nicht der Kunde, der aktiv wird und sich das beste Produkt heraussucht. Es ist vielmehr der Vertrieb, der auf den Kunden zugeht und ihn zum Vertragsabschluss animiert. Damit ist für die Versicherungen und Investmentgesellschaften zugleich klar: Um erfolgreich zu sein, kommt es nicht vorrangig auf die Qualität des Produktes für den Vorsorgesparer an. Das Angebot muss vielmehr in erster Linie dem Vermittler gefallen.

Ein erhellendes Beispiel dafür sind die Riester-Angebote der Investmentgesellschaft DWS, der deutschen Marktführerin bei Aktienfonds. Ihr erstes Riester-Angebot, die „DWS TopRente“ erhielt zwar von Anfang gute Kritiken und wurde vor kurzem von der Stiftung Warentest sogar zum Testsieger bei Riester-Fondssparplänen gekürt. Gleichwohl schaffte es die DWS nicht, auch nur annähernd die Marktanteile zu erreichen, die sie ansonsten gewohnt ist. Der Grund: Die in Frage kommenden Vermittler verkauften lieber die Konkurrenzprodukte von Versicherungsgesellschaften. Denn dort bekamen sie ihre Provision auf einen Schlag und nicht erst nach und nach mit den Einzahlungen des Riester-Sparers. Selbst die Muttergesellschaft der DWS, die Deutsche Bank, verleugnete die Produkte der eigenen Tochter und vermittelte der Kundschaft lieber eine „FondsRente“ des Versicherungspartners Deutscher Herold.

Bei ihrem neuen Produkt, der „DWS PremiumRente“ geht die DWS deshalb einen anderen Weg: Die Vermittler erhalten nicht mehr Rate um Rate den Ausgabeaufschlag, den der Riester-Sparer beim Erwerb seiner zahlt Fondsanteile. Ähnlich wie bei den Versicherern erhalten sie vielmehr die gesamte Provision schon in der Anfangsphase des Vertrages. Konkret erfolgt dies so, dass 5,5 Prozent Vertriebskosten auf die planmäßigen Einzahlungen des Riester-Sparers berechnet und bereits in den ersten fünf Jahren dem Kundenkonto belastet werden.

Neben dieser nach vorne verlagerten Vertriebsprovision zahlt die DWS den Vermittlern zusätzlich Bestandsprovisionen, die den Verwaltungsgebühren der besparten Fonds entnommen werden. In der Summe der Provisionen soll die „DWS PremiumRente“ damit eines werden: das beste Riester-Produkt für den Vermittler.

Gleichzeitig soll die PremiumRente aber auch das beste Produkt für den Anleger sein und ihm die „höchste Rente bei Riester“ bringen. Tatsächlich ist das Produkt technisch nicht schlecht – wenngleich der Test, auf den sich die DWS in ihrer Werbung beruft, sehr fragwürdig ist. Die PremiumRente enthält aber einen Steuerungsmechanismus, der auch bei fortgeschrittenem Alter des Riester-Sparers eine hohe Aktienquote ermöglicht und der zudem ab dem 55. Lebensjahr die Option einer Höchststandsicherung für das Guthaben bietet.

Die Vorabprovisionierung für die Vermittler hat jedoch ihren Preis. Unterstellt man vor Kosten eine jährliche Wertentwicklung der Fonds von 7,5 Prozent, so kostet sie den Sparer im Vergleich zur Provision pro Rate bei einer Laufzeit von 30 Jahren fast 8.000 Euro an Ertrag; bei 40 Jahren Laufzeit sind es sogar rund 22.000 Euro. Vor allem jüngere Sparer sollten der Vertreter-Rente deshalb ein Schnippchen schlagen: Erstens durch die Wahl eines Fondsvermittlers, der – wie es in der Spitze angeboten wird – nach 5 Jahren mindestens 91 Prozent der Vorabprovision erstattet. Zweitens durch die vertragliche Vereinbarung des monatlichen Mindestbetrags von nur 25 Euro. Die PremiumRente ermöglicht nämlich unbegrenzte laufende oder einmalige Zuzahlungen. Die Zuzahlungen unterliegen dann – wie auch die Einzahlung der staatlichen Zulagen – nicht der Vorabprovisionierung. Sie werden vielmehr in der herkömmlichen Weise pro Rate mit einem Ausgabeaufschlag von 5 Prozent belastet. Diese werden von dem Fondsvermittler sogar zu 100 Prozent erstattet. Zahlt der Riester-Sparer die Erstattungen wieder in den Premium-Vertrag ein, hat er nach 30 Jahren rund 15.000 Euro mehr auf dem Konto. Bei 40 Jahren Laufzeit wären es sogar 36.000 Euro mehr.

Wer es noch etwas günstiger haben möchte und den Mehraufwand nicht scheut, wählt als junger Riester-Sparer zunächst die DWS TopRente Dynamik und steigt erst später auf die DWS RiesterRente Premium um. Der Vorteil: Bei einem günstigen Fondsvermittler kann bei der DWS TopRente der gesamte Ausgabeaufschlag gespart werden. Den späteren Umstieg auf die PremiumRente bietet die DWS kostenlos an. Es werden lediglich für die restlichen Jahre bis zum Rentenbeginn Abschlusskosten berechnet. Die lassen sich wiederum – wie beschrieben – weitgehend reduzieren.

Mi, 01. Nov 2006

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