Verbraucherzentrale Bremen
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Was taugen WWF-Erdbeeren aus Spanien?

Spanien ist – neben einigen anderen Ländern, insbesondere der Türkei oder Marokko, in den vergangenen Jahren immer wieder durch hohe Pestizidrückstände in Obst und Gemüse aufgefallen. Das galt zum Beispiel für Paprika, Erdbeeren, Weintrauben oder Blatt-Salate. Doch vielleicht hat bei den spanischen Produzenten ein Umdenken eingesetzt. Untersuchungen des Verbraucherministeriums in Nordrhein-Westfalen (Pestizidreport) zeigen bei Paprika im 2. Halbjahr 2007 eine deutliche Rückstands-Verbesserung im Vergleich zu früheren Untersuchungen. Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Bremen ist dieser Umstand vermutlich weniger auf ein gestiegenes ökologisches Bewusstsein als eher auf wirtschaftlichen oder politischen Druck zurückzuführen. Und noch ist Skepsis angebracht. Bislang gibt es keine aktuellen Untersuchungen zu den spanischen Früherdbeeren, die bereits seit ein paar Wochen erhältlich sind. Ziemlich frustrierend ist jedoch, dass – insbesondere wenn die Frühsommerwitterung hier schlecht ist – es keinen Unterschied zwischen spanischen und deutschen Erdbeeren mehr gibt. Zumindest was die Anzahl der nachgewiesenen Pestizide und was die Überschreitung von Höchstmengen betrifft, steht Deutschland nach der Auswertung in Nordrhein-Westfalen sogar schlechter da. Über die „Qualität“ bzw. über die Gefährlichkeit der in den jeweiligen Ländern eingesetzten Wirkstoffe gibt der Pestizidreport allerdings keine Aufschlüsselung. Grundsätzlich ein Riesenproblem ist nach Auffassung der Verbraucherzentrale die Tatsache, dass es rechtlich zulässig ist, wenn 10 oder noch mehr Pestizide in einer Erdbeere jeweils knapp unter der Höchstgrenze bleiben. Welche Auswirkungen solche „Chemie-Cocktails“ über Jahre auf die menschliche Gesundheit haben, ist völlig unklar.

Ebenfalls mit Skepsis betrachtet die Verbraucherzentrale Bremen die WWF-Kampagne „Best Alliance“, bei der das WWF-Logo auf REWE-Erdbeeren aufdruckt wird, wenn beim Anbau weniger Wasser und weniger Pestizide verwendet werden. Die Wasser-Reduzierung ist sicher sinnvoll – schließlich werden durch den intensiven Anbau spanische Naturschutzgebiete bedroht. Wie allerdings der „auf ein Minimum reduzierte“ Pestizideinsatz genau aussieht und welche Wirkstoffe eingesetzt werden, erfährt man nicht. Vermutlich geben die in diesem Jahr anstehenden Untersuchungen hierüber genaueren Aufschluss. Doch selbst wenn die Pestizidanwendung und der Wasserverbrauch deutlich geringer als üblich sein sollten, scheint der WWF das Thema „Klima“ – entgegen eigener Empfehlungen auf der Homepage – außer acht zu lassen. Denn hertransportiert werden müssen die Erdbeeren – dabei wachsen sie demnächst auch „um die Ecke“.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt VerbraucherInnen weiterhin, auf einheimische Freilanderdbeeren aus der Region im Juni zu warten. Sie sind den häufig „riesigen Spaniern“ im Geschmack überlegen, belasten die Umwelt nicht durch lange Transportwege, schonen spanische Naturschutzgebiete und stärken die regionale Landwirtschaft. Und wer sicher vor problematischen Rückständen sein möchte, sollte auf Bioware zurückgreifen. Bei den verschiedenen Rückstands-Untersuchungen schneidet sie immer am besten ab.

Fragen zu dem Thema beantwortet die Ermährungsabteilung der Verbraucherzentrale dienstags von 10 bis 13 Uhr und donnerstags von 14 bis 16 Uhr unter der Durchwahl 0421/1607754.

Do, 13. Mär 2008

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