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Lebensmittelkennzeichnung: Wo kommen die Lebensmittel her?

In den letzten Jahren ist für viele Verbraucher die Herkunft der Lebensmittel zu einem wichtigen Kaufkriterium geworden. Die Stärkung der Wertschöpfung in der Region, Umwelt- und Klimaschutz oder auch die Ablehnung von Lebensmitteln aus bestimmten Ländern, die immer wieder durch hohe Pestizidrückstände auffallen, sind die Hauptgründe für ein genaues Hinschauen auf den Ursprung der Lebensmittel. Doch welche Möglichkeiten haben Kunden überhaupt, etwas über die Herkunft ihrer Lebensmittel zu erfahren?

Eine konkrete Herkunftskennzeichnung ist bei den meisten Obst- und Gemüsearten, bei Rindfleisch, Fisch, Eiern, nativen Olivenölen und bei Honig vorgeschrieben. Doch wenn Obst und Gemüse eingefroren, Rindfleisch gesalzen, Fische paniert, Olivenöl in Tiefkühlpizza und Eier oder Honig in Kuchen verarbeitet werden, erfahren Kunden nichts mehr über ihre Herkunft.

Noch ärgerlicher ist, dass die Hersteller sogar die Möglichkeit haben, mit der Hersteller-Kennzeichnung eine scheinbare Regionalität vorzugaukeln – die aber gar nicht vorhanden ist. So gibt es bei tierischen Lebensmitteln, wie zum Beispiel bei Milchprodukten, ovale Kennzeichen mit der Abkürzung für ein bestimmtes Bundesland. Doch wer glaubt, dass Milch beispielsweise mit einem „NS“ tatsächlich immer aus Niedersachsen stammt, der irrt. Die Kühe könnten in Belgien oder Polen oder in einem ganz anderen Land stehen; die Milch wird nach Niedersachsen transportiert und dort in einer Molkerei weiter verarbeitet. Und dieses Prinzip gilt für auch für die meisten anderen Lebensmittel. Es reicht aus, wenn derjenige genannt wird, der das Lebensmittel verpackt hat – oder es verkaufen möchte. Der eigentliche Hersteller kann, muss aber nicht genannt werden. Auch die Herkunft der Hauptzutaten von zusammengesetzten Lebensmitteln bleibt im Dunkeln. Und die Logik, mit der scheinbare Herkunftsangaben erlaubt sind oder nicht, verschließt sich dem Normaldenkenden. So muss Schwarzwälder Schinken nicht von einem Schwarzwälder Schwein stammen, Allgäuer Emmentaler dagegen hatte als Rohstoffproduzent tatsächlich eine Allgäuer Kuh und wurde auch im Allgäu hergestellt.

Die Vorschriften zur Herkunft der Lebensmittel sind nach Auffassung der Verbraucherzentrale Bremen unzureichend und häufig irreführend. Die Angabe des Verpackungsbetriebes oder des Verkäufers wird dem Interesse der Verbraucher für die Herkunft ihrer Lebensmittel nicht gerecht. Deshalb fordert die Verbraucherzentrale, dass bei allen, auch bei zusammengesetzten Lebensmitteln die Herkunft der Hauptzutaten genannt wird.

Wer Lebensmittel aus der näheren Umgebung kaufen möchte, hat trotz des Kennzeichnungswirrwars Möglichkeiten: Bauernmärkte und Direktvermarkter bieten Lebensmittel aus der Region an. Und noch ein Tipp: Fragen Sie beharrlich immer mal wieder auch in Ihrem Supermarkt nach regional erzeugten Lebensmitteln, in einigen gibt es bereits regionale Angebote.

Fragen zu diesem Thema beantwortet die Ernährungsabteilung der Verbraucherzentrale dienstags von 10 – 13 Uhr und donnerstags von 14 bis 16 Uhr unter der Durchwahl 0421/1607754.

Do, 18. Mär 2010

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