Verbraucherzentrale Bremen
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Kennzeichnung von Bio-Lebensmitteln

Bio-Lebensmittel sind immer beliebter geworden, das zeigen die gestiegenen Umsatzzahlen. Sie gelten als gesund, wurden unter Beachtung des Tierschutzes produziert und sie schonen Umwelt und Klima. Die Idee, möglichst naturbelassene, unverarbeitete Lebensmittel zu verzehren, ist bereits weit über 100 Jahre alt. Damals wurden vor allem Rohkost und Vollkornprodukte empfohlen und auf Fleisch, Genussmittel wie Kaffee oder Alkohol, Zucker und die ersten Fertiglebensmittel, wie zum Beispiel Brühwürfel, verzichtet. Das hat sich sehr geändert. Ein moderner Bio-Supermarkt bietet eine riesige Palette an unterschiedlichsten Lebensmitteln an, auch stark verarbeitete wie Süßwaren, Konserven, Wein oder Tiefkühlpizza. Zwar stammen die Lebensmittel für solche Produkte aus ökologischer Erzeugung, aber Öko-Schokokekse, eine Öko-Bratwurst oder der Öko-Wein lassen den Zeiger einer Waage genau so ausschlagen, wie bei konventionellen Lebensmitteln. Und auch die Zähne werden durch Ökozucker nicht weniger löchrig.

Trotzdem haben ökologisch erzeugte Lebensmittel viele Vorteile: Es werden keine giftigen Pflanzenschutzmittel und leicht lösliche Dünger eingesetzt, es gibt keine gentechnisch veränderten Lebens- und Futtermittel und die Haltung von Nutztieren ist artgerecht. Auch viele riskante Zusatzstoffe sind nicht erlaubt.

Bei der Produktion entstehen weniger klimaschädliche Gase als in der herkömmlichen Landwirtschaft; allerdings entfällt dieser Vorteil, wenn Bio-Äpfel aus Argentinien oder Bio-Erdbeeren aus Nordafrika hierher transportiert werden.

Das neue Ökosiegel

In der Beratung bei der Verbraucherzentrale Bremen werden immer Zweifel geäußert, ob man den verschiedenen Siegeln und Aufschriften trauen könne. Doch seit vielen Jahren sind Kennzeichnung und Kontrolle von Öko- oder Bio-Lebensmitteln gesetzlich geregelt. Die EU-Öko-Verordnung schreibt vor, dass nur dann mit den Worten „biologisch“ oder „ökologisch“ Werbung gemacht werden darf, wenn bio oder öko drin ist. Und das wird regelmäßig kontrolliert. Fast alle Öko-Lebensmittel aus Deutschland tragen freiwillig das staatliche Bio-Siegel, ein grünes Sechseck mit dem Wort „Bio“. Öko-Produkte von Anbauverbänden haben zusätzlich ein eigenes Label. Ab dem 1. Juli gibt es für die gesamte Europäische Union ein weiteres Label, das alle Öko-Lebensmittel EU-weit tragen müssen. Die Verbraucherzentrale kritisiert diese „Über-Siegelung“ von Lebensmitteln als verwirrend und wenig verbraucherfreundlich.

Das neue Ökosiegel gilt ab 1. Juli. Sie empfiehlt, beim Kauf von Öko-Lebensmitteln auf eine möglichst regionale Herkunft zu achten – doch das ist häufig schwierig. Denn auch für Öko-Produkte gilt: Auf verpackten Lebensmitteln muss entweder der Hersteller oder der Verarbeiter oder der Händler stehen. So ist es erlaubt, dass eine regionale Molkerei ihre Bio-Milch aus dem Ausland bezieht und kein Kunde erfährt etwas davon. Nur bei wenigen Lebensmitteln, wie zum Beispiel bei frischem (ungewürztem!) Rindfleisch, frischen Eiern oder frischem Obst und Gemüse muss die Herkunft angegeben werden.

Fragen zu diesem Thema beantwortet die Ernährungsabteilung der Verbraucherzentrale dienstags von 10 – 13 Uhr und donnerstags von 14 bis 16 Uhr unter der Durchwahl 0421/1607754.

Do, 15. Apr 2010

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