Gefährliche Bakterien – Listerien nicht nur im Käse!
Lebensmittelindustrie in der Pflicht
Die Meldungen über bakterienverseuchten Käse von Lidl und die darauf zurückzuführenden Todesfälle schrecken viele auf. Verbraucher, die Harzer Käse oder Bauernkäse mit Edelschimmel der Firma Reinhardshof von Lidl noch im Kühlschrank haben, können ihn zurückbringen und bekommen das Geld wieder.
Listerien sind Bakterien, die in pflanzlichen und in tierischen Lebensmitteln vorkommen können. Sie vermehren sich sogar bei Kühlschranktemperaturen und in Vakuumverpackungen und überleben eine Tiefkühlung. Ob Menschen sich infizieren, hängt von der Zahl der Bakterien und der eigenen Widerstandskraft ab. Eine leichte Infektion verläuft wie ein eher harmlos erscheinender grippaler Infekt, eine schwere Infektion kann zu einer Hirnhautentzündung und zum Tode führen. Besonders riskant sind mikrobiologisch bedenkliche Lebensmittel, die vor dem Verzehr nicht mehr erhitzt werden, zum Beispiel:
- Hackfleisch, Carpaccio
- Rohmilchprodukte, zum Beispiel Rohmilchkäse
- Rohwurstsorten, zum Beispiel Zwiebelmett- oder Teewurst
- Räucherfisch, vor allem geräucherter Lachs
- Muscheln, insbesondere Austern
- vorgeschnittene Mischsalate
Kleine Kinder, ältere Menschen und alle, deren Immunsystem geschwächt ist, sowie Schwangere sollten vorsorglich auf diese Lebensmittel verzichten. Bei Schwangeren kann es zu einer Tot- oder Fehlgeburt kommen oder das Kind kommt mit einer angeborenen lebensbedrohlichen Listeriose zur Welt.
Jedes Jahr werden in Deutschland ein paar Hundert Infektionen festgestellt – wobei die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher liegen dürfte. Eine Infektion kann auch durch viele andere Lebensmittel erfolgen. Deshalb ist eine gute Hygiene bei der Lebensmittelzubereitung sehr wichtig, so sollten beispielsweise rohe Fleischprodukte immer getrennt von anderen Lebensmitteln, wie Salate, zubereitet werden. Fleisch grundsätzlich gut durchgaren – wer rohes Hackfleisch verzehrt, geht immer ein Gesundheitsrisiko ein.
Aber zunächst muss erst einmal die Lebensmittelindustrie ihre Hausaufgaben erledigen – Listerien in industriell hergestellten Lebensmitteln sind immer ein Anzeichen für mangelnde Hygiene auf einer der Verarbeitungsstufen. Nach Auffassung der Verbraucherzentrale Bremen müssten sowohl die Eigenkontrollen der Firmen als auch die Überprüfungen durch die Lebensmittelüberwachung so effektiv sein, dass es nicht mehr zu derartig gefährlichen Infektionen mit Todesfolge kommen kann.
Di, 23. Feb 2010



