Keine Strompreiserhöhung!
Verbraucherzentrale fordert den Senator für Bau und Umwelt auf, die Strompreiserhöhung nicht zu genehmigen
Die swb hat eine Erhöhung der Strompreise um 5 bis 9 Prozent zum 1. Januar 2007 angekündigt. Hinzu kommt die Mehrwertsteuererhöhung um 3 Prozent.
Begründet wird dies lapidar mit steigenden Beschaffungskosten. Diese Begründung ist mehr als dünn, was den Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein im Übrigen schon dazu bewegt hat, festzustellen, dass es in Schleswig-Holstein keine Preiserhöhungen geben wird. Weitere Länder werden mit Sicherheit folgen.
Eigentlich müssten die Strompreise sogar sinken. Denn erstmalig werden die Durchleitungskosten von der Bundesnetzagentur festgelegt. Allgemein wird davon ausgegangen, dass diese im ersten Schritt um 10 bis 15 Prozent niedriger liegen werden. Und: Immerhin machen die Netzkosten ungefähr ein Drittel der gesamten Stromkosten aus. D.h. aber auch, dass die swb die Strompreise noch kräftiger anzieht. Fallende Netzkosten und die damit sinkenden Einnahmen sollen hier offensichtlich durch steigende Preise ausgeglichen werden.
Gäbe es einen funktionierenden Strommarkt, könnten steigende Kosten, wie z.B. die Mehrwertsteuererhöhung, nicht so ohne weiteres eins zu eins an die Verbraucher weiter gereicht werden. Und fallende Kosten würden sofort weiter gegeben werden. Nur Quasi-Monopole mit vier großen den Markt beherrschenden Anbietern können trotz exorbitant steigender Gewinne die Verbraucher immer weiter abkassieren.
Und auch hier gilt wie im Gasmarkt: Die swb muss die Kalkulation offen legen, damit jeder überprüfen kann, ob eine Preiserhöhung gerechtfertigt ist bzw. nicht eher eine Preissenkung erfolgen muss.
Inwieweit es zukünftig einen wirklichen Wettbewerb gibt, hängt auch von den Verbrauchern ab. Nichts ist einfacher, als den Anbieter zu wechseln, z.B. mit dem Stromrechner der Verbraucherzentrale auf. Hilfe gibt es auch bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale.
Bis zum 1. Juli 2007 müssen Strompreiserhöhungen noch von den jeweiligen Landesministerien genehmigt werden. Die Verbraucherzentrale fordert den Senator für Bau und Umwelt dazu auf, die beantragte Strompreiserhöhung nicht zu genehmigen, sondern sich für eine Senkung der Strompreise einzusetzen.
Auch die Verbraucher können dem Senator schreiben: Im Infozentrum der Verbraucherzentrale und im Internet gibt es ein Musterschreiben:
Musterschreiben als Textdatei
Musterschreiben als Microsoft Word Dokument
Do, 17. Aug 2006



